Eine gute Anmoderation ist die halbe Miete
11.02.2012
Wort ist neben unbekannter Musik Abschaltgrund Nummer Eins. Deshalb muss der Hörer innerhalb der ersten fünf Sekunden “gepackt” werden. Eine Anmoderation sollte deshalb mit einem emotionalem Einstieg beginnen. Der Moderator sollte den Hörer aber nicht mit zuviel Sentimentalitäten überfordern – es reicht ein geschicktes” Abholen”.
Nach dem emotionalem Einstieg kommt der wichtigste Teil: Der Übergang zum eigentlichen Thema bzw. der “Dreh” – wenn hier der kausale Zusammenhang zum Einstieg nicht 100 prozentig hergestellt wird, dann fühlt sich der Hörer entweder verarscht oder falsch verstanden. Die geistigen Verrenkungen des Moderators sollten sich an dieser sensiblen Stelle auf ein Minimum beschränken.
Ist der Einstieg gelungen und die erste Hinführung zum Thema erfolgreich abgeschlossen, folgt nun die Kür: Das Versprechen. Beim Versprechen wird dem Hörer gesagt, was ihm im Folgenden erwartet. Der größte Fehler an dieser Stelle ist, das Versprechen zu schwammig zu formulieren. Wie oft hört man Sätze wie “..unser Reporter hat sich mal umgehört” oder “…mehr dazu von Expertin XY”. Ein Klassiker und meine absolute Hass-Formuliering ist aber “…unser Redakteur hat sich mal schlau gemacht”. Herrlich, ich dachte, das hat er vorher gemacht und teilt uns nun seine Erkentnisse mit. Das Versprechen muss so konkret wie möglich sein. Beispiel “Wo es wegen der Demonstration Verkehrsbehinderungen geben wird, sagt ihnen unser Redakteur XY” oder “Welches Girokonto ihnen dabei hilft bares Geld zu sparen, sagen wir ihnen jetzt”.